Montag, 11. Dezember 2017

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28. November 2017

DOH-RPS | Bessere Interessenvertretung und Umsetzung gemeinsamer Projekte

DOH-RPS | Bessere Interessenvertretung und Umsetzung gemeinsamer Projekte

Die Situation der Physiotherapeuten ist prekär. Eine schlechte Vergütung und ein hoher bürokratischer Aufwand kennzeichnen die Arbeit der Therapeuten. Der notwendige Berufsnachwuchs bleibt weg. Um die Interessen der Physiotherapeuten besser vertreten zu können, haben sich die beiden großen Verbände in der Physiotherapie auf Landesebene in einer Dachorganisation zusammengeschlossen und nun zum ersten Mal eine gemeinsame Tagung für die Mitglieder organsiert.

Die großen Verbände der Physiotherapeuten, Physio-Deutschland, Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland, und der Verband Physikalische Therapie (VPT), Landesgruppe Rheinland-Pfalz-Saar, haben sich 2016 in der Dachorganisation der Heilmittelverbände (DOH-RP) e.V. zusammengeschlossen (Gemeinsam sind wir stärker!). Mit der Verbesserung des Organisationsgrades soll die Anerkennung als Interessenvertretung gestärkt und damit soll letztendlich eine Verbesserung der Lobbyarbeit erreicht werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass durch gemeinsames Auftreten viel mehr erreicht werden kann.

Es ist nicht die erste gemeinsame Aktion der beiden maßgeblichen Physiotherapieverbände, die nun ihre Mitglieder aber erstmals gemeinsam zur Tagung am 27. September 2017 nach Kaiserslautern eingeladen hatten. Mehr als 100 Therapeuten aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland hatten den Weg nach Kaiserslautern gesucht und gefunden.

Neben berufspolitischen Informationen durch Dagmar Schlaubitz (Vorsitzende Physio-Deutschland Rheinland-Pfalz/Saar) und Erwin Hilgert (Landesvorsitzender VPT Rheinland-Pfalz-Saar) gab es einen Fachvortrag von Dr. med. Harald Dinges (Chefarzt der Klinik für Orthopädie am Westpfalz-Klinikum, Kusel; Mannschaftsarzt des 1. FC Kaiserslautern). Ferner ging es darum, gute Argumente für die Verhandlungen mit den Krankenkassen zu finden, um eine gerechte Vergütung zu erzielen. Dazu trägt auch Aktion „PhysioPrax“ bei, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gesundheitsökonomik (IfG) aus München unter der Leitung von Professor Günter Neubauer durchgeführt wird: Sie bietet teilnehmenden Praxen eine kostenlose betriebswirtschaftliche Praxisanalyse und soll fundiertere Argumente für die anstehenden Vergütungsverhandlungen liefern. Ergebnisse aus den Vorjahren sowie erste Ergebnisse der aktuellen Erhebung wurden in Kaiserslautern vorgestellt. Die Mitglieder beider Verbände waren aufgefordert, bis zum 10.10.1017 an der Aktion teilzunehmen, um die Datenbasis zu verbessern.

In der Physiotherapie herrscht ein starker Fachkräftemangel, der sich in den kommenden Jahren noch verstärken wird. Grund sind u.a. Bruttolöhne für die Therapeuten in den Praxen von 2.000 bis 2.200 Euro aufgrund der schlechten Honorierung der Leistungen durch die Krankenkassen. Für die anstehenden Verhandlungen mit den Krankenkassen, für Schieds- oder gar Gerichtsverfahren wollen sich die Verbände wappnen und haben Gutachten zur Situation der Praxen in Auftrag gegeben.
Eine Weiterentwicklung der Versorgung wollen beide Verbände – diesmal gemeinsam mit den Krankenkassen – im sog.enannten „Modellprojekt Blankoverordnung“ testen. Hier legt der Arzt zwar immer noch Diagnose und Indikation fest, der Therapeut bestimmt aber Form, Dauer und Häufigkeit der Therapie. Gute Ergebnisse aus einem Modellprojekt in Berlin-Brandenburg haben den Gesetzgeber veranlasst, diese Versorgungsform nun bundesweiten Modellvorhaben unterziehen zu lassen. Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz hat unlängst signalisiert, ein solches Modellprojekt unterstützen zu wollen. Michael Alles (Physio-Deutschland) stellte die ersten Überlegungen zur Umsetzung des Modellvorhabens vor.

Gute Nachrichten für die Fortentwicklung der Dachorganisation auch im Vorfeld der Tagung: Auf der vorherigen Delegiertenversammlung beschloss die Dachorganisation die Aufnahme des Verbandes Leitender Lehrkräfte an Schulen für Physiotherapie e.V., Landesgruppe Rheinland-Pfalz (VLL RP). Der VLL hatte sich im Vorfeld einstimmig für eine Mitgliedschat in der DOH-RP ausgesprochen. Die Dachorganisation strebt die Aufnahme weiterer Verbände aus dem Heilmittelsektor an, um so den ganzen Bereich und dessen Interessenvertretung zu stärken.


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